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Die Sarazenen erobern Kalabrien.

Im 9. Jahrhundert begann die traurigste Episode Kalabriens: die Invasion der Sarazenen, die in der Region eine beträchtliche Zeit lang wüteten und Kalabrien zeitweise verwüsteten. Dabei verhinderten sie jede friedliche Entwicklung. 

Trotz der Zerstörungen muss bedacht werden, dass der Einmarsch der Sarazenen mit einem großen Sieg der Kalabresen endete, denn sie waren zwar lästige Räuber, aber wurden nie zu Herrschern über Kalabrien. Die aufsässige Haltung der Einheimischen machte jede Ansiedlung unmöglich und hinderte die Sarazenen daran, sich in Italien auszubreiten und bis nach Rom zu gelangen.
Teilweise konnten die Sarazenen einige Stützpunkte auf dem besetzten Gebiet errichten und Bastionen erbauen (Amantea, Tropea, Squillace, etc.), von denen aus sie zu Plünderungen aufbrachen.
Die kalabresische Bevölkerung, die seit den antiken Zeiten Großgriechenlands ihre Siedlungen entlang der Küste oder auf den Hügeln in Meeresnähe errichtet hatte, dachte nie daran, sich durch Schutzmaßnahmen gegen mögliche vom Meer kommende Feinde zu rüsten.